Fassungsstand · nicht geltendes Recht
BauNVO 1968
Neufassung nach der ersten Änderungsverordnung. In Kraft ab 1. Januar 1969. Geltung: 1. Januar 1969 bis 30. September 1977.
Worum es in dieser Fassung geht
Am 26. November 1968 ergingen die Verordnung zur Änderung der Baunutzungsverordnung (BGBl. I S. 1233) und die Bekanntmachung der Neufassung (BGBl. I S. 1237). Das Inhaltsverzeichnis des Bundesgesetzblatts Teil I 1968 Nr. 84 vom 29. November 1968 weist beide Texte aus; Abruf über bgbl.de am 29. August 2026. Eine Berichtigung erschien im BGBl. I 1969 S. 11.
Inkrafttreten der Änderungsverordnung: 1. Januar 1969. Geltung dieser Fassung bis zum 30. September 1977. Am 1. Oktober 1977 beginnt der Textnachweis der nächsten Neufassung. Einen Plan mit Satzungsbeschluss 1972 ordnet der Chooser deshalb typischerweise hier zu — nicht der ursprünglichen Fassung 1962 und noch nicht der BauNVO 1977.
Fundstelle
Neufassung vom 26. November 1968 (BGBl. I S. 1237); Änderungsverordnung vom selben Tag (BGBl. I S. 1233); Berichtigung BGBl. I 1969 S. 11. Zusätzlich die Fußnote zu § 25 der geltenden Verordnung auf gesetze-im-internet.de/baunvo/, Abruf 2026-08-29.
Überleitung aus der Fassung 1962
Für Bauleitpläne, deren Aufstellung oder Änderung bereits eingeleitet ist, gilt die Verordnung in der bisherigen Fassung, wenn die Pläne bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits nach § 2 Absatz 6 des Bundesbaugesetzes ausgelegt sind. Quelle: Artikel 2 der Änderungsverordnung vom 26. November 1968 (BGBl. I S. 1233), wiedergegeben in der Fußnote zu § 25 BauNVO, gesetze-im-internet.de/baunvo/__25.html, Abruf 2026-08-29.
Entscheidend ist die Auslegung nach § 2 Abs. 6 des Bundesbaugesetzes zum 1. Januar 1969, nicht das Datum des späteren Satzungsbeschlusses allein. War der Entwurf schon ausgelegt, bleibt die bisherige Fassung — hier die Fassung 1962 — anwendbar, sofern der Plan nichts anderes in Bezug nimmt.
Obergrenzen nach § 17 der Neufassung 1968
Die Neufassung knüpfte die Obergrenzen an die Zahl der Vollgeschosse. Die folgende Tabelle gibt die Werte der Spalten GRZ, GFZ und BMZ wieder, wie sie im Bundesgesetzblatt Jahrgang 1968 Teil I auf Seite 1242 (§ 17 Abs. 1 der Neufassung vom 26. November 1968) stehen. Abruf der Fundstelle über bgbl.de am 29. August 2026.
| Gebiet | GRZ | GFZ | BMZ |
|---|---|---|---|
| Kleinsiedlungsgebiete (WS), 1 Vollgeschoss | 0,2 | 0,3 | — |
| Kleinsiedlungsgebiete (WS), 2 Vollgeschosse | 0,2 | 0,4 | — |
| Reine und allgemeine Wohngebiete, Mischgebiete (WR, WA, MI), 1 Vollgeschoss | 0,4 | 0,5 | — |
| WR, WA, MI, 2 Vollgeschosse | 0,4 | 0,8 | — |
| WR, WA, MI, 3 Vollgeschosse | 0,4 | 1,0 | — |
| WR, WA, MI, 4 und 5 Vollgeschosse | 0,4 | 1,1 | — |
| WR, WA, MI, 6 und mehr Vollgeschosse | 0,4 | 1,2 | — |
| Dorfgebiete (MD), 1 Vollgeschoss | 0,4 | 0,5 | — |
| Dorfgebiete (MD), 2 und mehr Vollgeschosse | 0,4 | 0,8 | — |
| Kerngebiete (MK), 1 Vollgeschoss | 1,0 | 1,0 | — |
| Kerngebiete (MK), 2 Vollgeschosse | 1,0 | 1,6 | — |
| Kerngebiete (MK), 3 Vollgeschosse | 1,0 | 2,0 | — |
| Kerngebiete (MK), 4 und 5 Vollgeschosse | 1,0 | 2,2 | — |
| Kerngebiete (MK), 6 und mehr Vollgeschosse | 1,0 | 2,4 | — |
| Gewerbegebiete (GE), 1 Vollgeschoss | 0,8 | 1,0 | — |
| Gewerbegebiete (GE), 2 Vollgeschosse | 0,8 | 1,6 | — |
| Gewerbegebiete (GE), 3 Vollgeschosse | 0,8 | 2,0 | — |
| Gewerbegebiete (GE), 4 und 5 Vollgeschosse | 0,8 | 2,2 | — |
| Gewerbegebiete (GE), 6 und mehr Vollgeschosse | 0,8 | 2,4 | — |
| Industriegebiete (GI) | 0,8 | — | 9,0 |
| Wochenendhausgebiete (SW), 1 Vollgeschoss | 0,2 | 0,2 | — |
Lesart: ein allgemeines Wohngebiet mit zwei Vollgeschossen hatte nach dieser Tabelle die Obergrenzen GRZ 0,4 und GFZ 0,8. Dieselben Gebietstypen mit sechs und mehr Vollgeschossen hatten GFZ 1,2, die GRZ blieb 0,4. Kerngebiete begannen bei GRZ 1,0. Industriegebiete waren mit GRZ 0,8 und BMZ 9,0 ausgewiesen, ohne GFZ-Wert in dieser Zeile.
Das ist nicht die Tabelle der geltenden Fassung. Die geltende Überschrift von § 17 lautet „Orientierungswerte für die Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung“; die heutige Tabelle steht als Kontrast unter BauNVO 1990 — mit dem Satz, dass 1990 nicht aktuell ist. Quelle im Abschnitt Quellen. Zahlen aus der 1968er-Tabelle in einen heutigen Bauantrag zu übernehmen, ohne den Plan zu lesen, ist der umgekehrte Fehler. Die heutige GRZ-Definition: § 19. Gebietstypen am Plan: allgemeines Wohngebiet, Gewerbegebiet.
Woran Sie diese Fassung erkennen
Im Plan: Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 26. November 1968 oder auf die Änderungsverordnung vom selben Tag. In der Nutzungsschablone: Obergrenzen, die nach Vollgeschossen gestaffelt sind und zu den Zeilen oben passen. Im Verfahren: Auslegung nach dem 1. Januar 1969 und vor dem 1. Oktober 1977, ohne spätere Änderung, die eine neuere Fassung in Bezug nimmt.
Ein Plan von 1975 mit GRZ 0,4 / GFZ 0,8 im allgemeinen Wohngebiet bei zwei Vollgeschossen ist das Muster, das diese Tabelle erklärt. Ob der konkrete Plan genau das festsetzt, steht nur im Plan.
Gilt diese Fassung für meinen Bebauungsplan?
Typischerweise ja bei Satzungsbeschluss zwischen 1969 und 1976. 1977 ist der Stichtag 1. Oktober: vorher typischerweise noch 1968, danach typischerweise 1977, geregelt in § 25a BauNVO. 1968 selbst gehört in der Regel noch zur ursprünglichen Fassung, weil die Änderung erst am 1. Januar 1969 in Kraft trat.
Die Rechner unter GRZ berechnen und GFZ berechnen helfen, eine festgesetzte Zahl in m² zu übersetzen. Sie wenden die Anrechnung der geltenden Fassung an. Die Obergrenze selbst lesen Sie aus dem Plan oder — zur Orientierung — aus der Tabelle oben, nicht aus dem Rechner. Welche Fassung der Plan meint, klären Sie unter Welche BauNVO gilt?
Diese Seite bewertet kein konkretes Vorhaben. Sie nennt Fundstelle, Zeitraum und die geprüfte Tabelle.
Quellen
- bgbl.de, Teil I 1968 Nr. 84 vom 29. November 1968 , Abruf 2026-08-29 — Inhaltsverzeichnis: Änderungsverordnung S. 1233, Neufassung S. 1237.
- gesetze-im-internet.de/baunvo/, Fußnote zu § 25 , Abruf 2026-08-29